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„Wir sind oft die letzte Rettung.“

„Wir sind oft die letzte Rettung.“

Ein Interview von Ulrike Müller (UM) mit Herrn Stephan Schreiber (S), Diabetologe und Leiter der Diabeteszentren Schreiber

UM: Herr Schreiber, was macht Ihre Einrichtungen eigentlich so bekannt, denn wenn man einmal in den gängigen Suchmaschinen im Internet sucht, findet man hunderte von Einträgen zu Ihnen.

S: Nun im Laufe der Zeit habe ich halt sehr viel geschrieben und publiziert. Das begann schon während meines Studiums und setzte sich während meiner Kliniklaufbahn fort.   Als ich mich dann 1993 niederließ in Quickborn, im Kreis Pinneberg, nördlich von Hamburg, da gab es schließlich den Begriff der Diabetesschwerpunktpraxis noch gar nicht. Insofern bin ich sicher einer der ersten, der in der Bundesrepublik mit ambulanter Diabetologie begonnen hat.

UM: Wenn man die Einträge im Internet sich anschaut, hat man den Eindruck, Sie würden auch heute noch sehr viel forschen.

S: Ja, das tun wir auch! Wir haben im Laufe der Zeit, zunächst in unseren Zentren    und später auch in Kooperation mit bedeutenden nationalen und internationalen Einrichtungen der Diabetologie sehr viel erforscht. So kam es schließlich auch zu der Kooperation mit der berühmten Joslin Klinik in Boston, USA.

UM: Ich las, dass Sie sehr oft in den USA zu Vorträgen eingeladen werden.

S: Stimmt, in wenigen Tagen fahre ich wieder zu einem Vortrag nach Washington zum Jahreskongress der ADA (amerikanische Diabetesgesellschaft = größte Diabetesgesellschaft der Welt. An dem Kongress nehmen alljährlich Diabetologen aus der ganzen Welt teil. Es werden etwa 30.000 in diesem Jahr erwartet.)

UM: Was haben Ihre Patienten denn von Ihrer umfangreichen Tätigkeit?

S: Ich denke, die Patienten haben sehr viel davon. Schauen Sie, ich habe in den letzten Jahren verschiedene Therapien entwickelt, die die Pat. mit einfachen Mitteln in die Lage versetzen, ihren Blutzucker besser einzustellen. Mein Wirken geht dahin, Patienten und Hausärzte in die Lage zu versetzen, ohne Einbuße an Lebensqualität den Diabetes zu erleben. Dazu habe ich in den letzten Jahren z. B. die BOT oder nun auch die BOT plus mitentwickelt und gestaltet. Aber auch Insulinpens für verschieden Hersteller entwickelt.

UM: Das hört sich ja spannend an. Woran arbeiten Sie denn aktuell?

S: Aktuell arbeite ich an eben genannter BOT plus, einer Therapie, die den Übergang von der BOT, einer Kombinationstherapie aus Tabletten und einem Basal-Insulin, zu einer intensivierten Insulintherapie leichter gestaltet. Eine ICT muss nicht immer sein. In Kürze können Patienten und Kollegen hierzu mehr lesen, wenn die Publikationen in den gängigen Zeitschriften erfolgen.

UM: Das hört sich so an, als hätten Sie immer ein Patentrezept für Patienten und Kollegen in der Tasche.

S: Ja, das könnte man meinen. Es stimmt schon, mit mehr als 30 Jahren an Erfahrung mit dem Diabetes mellitus, da kann einem schon so schnell keiner etwas vormachen. Das erlebe ich jeden Tag von neuem, wenn Patienten aus anderen Praxen, oft auch aus anderen Schwerpunktpraxen in Schleswig-Holstein und Hamburg kommen und zu mir sagen, dass ich ihre letzte Rettung sei. Bei uns ist vieles anders, was auch unser Benchmarking, also der Vergleich mit anderen Praxen, immer wieder ergibt. Unsere Ergebnisse sind einfach sehr gut. Wissen Sie, es nützt nichts, Diabetologe zu sein, eine tolle Praxis zu haben und dann Medizin nach Lehrbuch oder irgendeiner Vorgabe zu machen. Das versuchen viele. Viele meinen uns nacheifern zu müssen und gucken sich unsere Ideen ab, kommen dann aber nicht klar. Es reicht eben nicht zu imitieren, man muss schon mehr wissen.

UM: Was meinen Sie denn damit?

S: Nehmen wir z. B. unsere Fußambulanz. Da rühmt sich ein Kollege mit einem Praxisanbau und wirbt in einem Zeitungsartikel damit, dass eine Podologin dann auch in die Räume einziehen wird. Ja, was glauben Sie denn, was die Patienten nun meinen? Patienten glauben nun, das sei etwas Besonderes. Unsere Patienten wissen hingegen schon seit Jahren um unseren Service und die Wichtigkeit eines entsprechenden Netzwerks. So habe ich Ende der 90er das Netwerk „Diabetologischer Fuß“ in Hamburg mit aufgebaut. Heute haben wir in unseren Fußsprechstunden immer mindestens einen Orthopädieschuhmachermeister und eine Podologin in unseren Praxen. Aktuell entwickele ich gemeinsam mit einem der Schuhmachermeister eine neue diabetesgerechte Fußbettung, die die Fußprobleme der Diabetiker noch besser lindern soll, als die bisherigen.

UM: Auch das hört sich überzeugend an. Sind denn Ihre Ergebnisse wirklich so anders, als die Ihrer Schwerpunktkollegen?

S: Ich kann nur sagen, was mir Patienten täglich erzählen. Das soll schon beim Klima in der Praxis anfangen. Neulich sagt doch ein Kollege zu mir in der Praxis, ob es immer so ruhig bei uns sei. Ich wusste gar nicht, was er meinte, denn zu dem Zeitpunkt waren sehr viele Patienten in der betreffenden Praxis. Als ich nachfragte, meinte er nur, es ginge bei uns alles so geordnet zu, man würde überhaupt keinen Stress verspüren, wie er ihn in seiner eigenen Praxis verspüre.

UM: Woran liegt das?

S: Wir haben sehr früh bereits mit einem Qualitätsmanagement begonnen, jeder weiß, was er zu tun hat, was seine Aufgabe ist. Nur so kann man verfahren, wenn man in seinen unterschiedlichen Praxen einen gleich hohen Standard halten will. Das ist wie mit McDonald, der Hamburger schmeckt weltweit gleich, weil es ein ausgeklügeltes Qualitätsmanagementsystem gibt. Solch ein QM-System    habe ich auf unsere bisherigen Praxen übertragen und es scheint sehr gut zu funktionieren.

UM: Herr Schreiber, Sie sind ein vielbeschäftigter Mann, haben zahlreiche Ehrenämter in der Berufspolitik, sind Berater, wie ich auf Ihrer Visitenkarte las, Erfinder, wie sie selbst erläuterten, was haben Sie für Pläne in der Zukunft.

S: Viele, noch! Aktuell will ich unser Netzwerk weiter ausbauen, einen Psychologen habe ich seit geraumer Zeit z. B. als Experten für die zahlreichen Probleme meiner Patienten bezüglich der Krankheitsbewältigung ins Team geholt.

UM: Was meinen Sie mit Netzwerk genau?

S: Nun, ich sagte bereits, wir arbeiten mit vielen anerkannten Experten seit Jahren erfolgreich zusammen. Viele von Ihnen sind zu bestimmten Zeiten entweder in unseren Zentren oder, wenn es ärztliche Kollegen sind, haben spezielle Sprechstunden für unsere Patienten eingerichtet. Auch erwähnte ich bereits die Zusammenarbeit mit Jolins. Es ist zwar oft für Patienten nicht immer gleich um die Ecke, aber dafür werden die Betroffenen von wahren Experten behandelt.

UM: Ein wahrer Experte scheinen Sie ja auch zu sein. Was machen Sie denn in Ihrer Freizeit oder haben Sie bei soviel Arbeit keine mehr?

S: Na ja, der Tag ist schon recht lang für mich, unter 12-13 Stunden am Tag geht nichts, aber ich nehme mir trotzdem noch an den Wochenenden Zeit, falls ich zu Hause bin und mache etwas mit meinem Sohn oder meiner Frau.

UM: das hört sich aber nicht so an, als würden Sie viel Zeit mit Ihrer Familie verbringen können.

S: Es ist nicht viel Zeit, aber die wenige nutzen wir sehr intensiv.

UM: Haben Sie auch noch ein Hobby?

S: Ja, ich entwickele Powerboote. Ich habe z. B. aktuell ein Sportboot von 5,75 m in Aluminium entwickelt, dass mit speziellen Gleitkufen eine Wahnsinnsgeschwindigkeit von mehr als 50kn läuft. Das ist meine Leidenschaft. Schon vor ein paar Jahren habe ich ein ähnliches Projekt initiiert, aber damals abgegeben an eine schwedische Werft. Dieses Projekt will ich erstmals selbst vermarkten unter dem Label „Vertens“. Das ist eine der bekanntesten und exklusivsten Motoryachtwerften bis Mitte der 80er Jahre gewesen, dort bin ich groß geworden und habe meinen eigenen Diabetes bewältigt. Vielleicht habe ich auch deshalb unser Projekt mit Jugendlichen im Sommer aufs Wasser, an die Schlei gelegt, denn dort bin ich zu Hause!

UM: Lieber Herr Schreiber, recht herzlichen Dank für dieses interessante Interview.

 

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Impressum © Stephan A. Schreiber 2011