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Inhalatives Insulin - der aktuelle Forschungsstand

Nun wurde im September im Rahmen eines Symposiums bei der Europäischen Diabetes-Gesellschaft (EASD) der aktuelle Forschungsstand zum Thema inhalatives Insulin präsentiert. Wissenschaftler diskutierten dort, dass inhalatives Insulin definitiv eine wichtige Therapieoption der Zukunft sein kann. Für Typ-2-Diabetiker könnte das Insulin zum Einatmen den Einstieg in die Insulintherapie erleichtern, Typ-1-Diabetiker könnten sich zahlreiche Injektionen ersparen.

Bei der Darreichungsform handelt es sich um ein Insulin-Trockenpulver, das vor den Mahlzeiten mit Hilfe eines Inhalators eingenommen wird; durch die Aufnahme über die Lunge erhöht es bei schneller Resorptionszeit den Insulinspiegel kurzfristig.

Probandenstudien

Wie bewährt sich das inhalative Insulin nun in der praktischen Anwendung? Professor Werner Scherbaum (Deutsches Diabetes-Forschungsinstitut Düsseldorf) referierte über die aktuellen Studienergebnisse. Im Rahmen klinischer Studien erzielte das inhalative Insulin bislang gute Ergebnisse: Über 3000 Patienten mit Typ-1 und Typ-2-Diabetes wurden bisher über einen Zeitraum von sechs Monaten teils mit inhalativem Insulin und teils mit einem Placebo behandelt. Die Probanden waren vorher gut geschult worden; Patienten mit schlecht eingestelltem Asthma und Lungenfunktionsstörungen waren von der Studie ausgeschlossen.

Insgesamt fielen die Ergebnisse durchweg positiv aus, vor allem bei den Typ-2-Diabetikern, bei denen der Stoffwechsel alleine mit Insulin in Tablettenform nicht zu kontrollieren war. Hervorzuheben ist die hohe Zufriedenheit der Patienten, die die neue Form des Insulins testeten.

In Bezug auf die Sicherheit in Anwendung und Auswirkungen konnte das inhalative Insulin ebenfalls punkten: Gemessen am HbA1c-Spiegel treten bei der Inhalations-Therapie nicht mehr Hypoglykämien auf als bei der subkutanen Insulintherapie. Auch eine Gewichtszunahme, wie sie oft bei der subkutanen Anwendung beobachtet wird, trat mit inhalativem Insulin nicht ein. Als mögliche Nebenwirkung wurde gelegentlicher leichter Husten bei den Probanden beobachtet; die Ergebnisse der Lungenfunktionstests veränderten sich aber nicht.

Bald in Deutschland auf dem Markt?

Fazit: Insulin zum Inhalieren ist nicht aus dem Gespräch - einen konkreten Termin, wann es in Deutschland als Therapieoption zur Verfügung stehen könnte, gibt es allerdings nach wie vor nicht. Die Firmen Pfizer und Aventis haben bereits eine Zulassung für Europa für das Jahr 2004 beantragt. Bereits jetzt gehen Beobachter davon aus, dass der Markt um die Innovation von den Pharmafirmen hart umkämpft sein wird.

Es bleibt zu hoffen, dass inhalatives Insulin als Therapieoption mit hoher Anwendungsfreundlichkeit für die Patienten - bei ausgeräumten Risiken - in absehbarer Zeit zur Verfügung steht. Wahrscheinlich ist allerdings, dass Insulin zum Inhalieren nur von denjenigen genutzt werden kann, die eine völlig gesunde Lunge haben. Ein weiterer Punkt dürften die Kosten sein, denn es wird erheblich teurer als konventionelles Insulin sein. Damit ist die Kostenübernahme durch die Krankenkassen möglicherweise ein wesentliches Hindernis für Patienten, um sich hiermit therapieren zu können.

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