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Diabetes durch Übergewicht- adipös ist nicht gleich adipös

© by-sassi/ pixelio

Neue Forschungsergebnisse belegen, dass nicht jeder Übergewichtige zwangläufig Begleiterkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck entwickelt. Selbstverständlich ist Gewichtreduktion bei bestehendem Übergewicht ein bestrebenswertes Ziel. Eine Diät kann sich zudem häufig positiv auf die Blutzuckerwerte auswirken. Experten und Forscher gehen jedoch seit Jahren dem Phänomen nach, warum manche adipöse Menschen keinen Diabetes entwickeln. Die Forschung ist in erster Linie um ein besseres Verständnis für physiologische Vorgänge im Fettstoffwechsel bemüht. Auf diesem Wege will man Klarheit über das Auftreten von Nebenerkrankungen wie Diabetes-Typ-2 bei Übergewichtigen erlangen.    

Studie: Fettsäureprofil als Indikator für Diabetesrisiko?

Obwohl Diabetes eine weit verbreitete Erkrankung darstellt, die bereits in der Antike die Menschen beschäftigt hatte, gibt sie nach wie vor viele Rätsel auf. Eine der bis vor kurzem ungeklärten Fragen hatte das Wissenschaftlerteam um den Epidemiologen Matthias Schulze vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) beschäftigt: Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Fettsäureaufnahme, dem Fettsäureprofil der roten Blutkörperchen und dem Typ-2-Diabetes? Ferner: Wenn die Zuckerkrankheit mit Übergewicht im Zusammenhang steht, kann vom Fettprofil der roten Blutkörperchen des Patienten, dessen persönliches Diabetesrisiko „abgelesen“ werden? Eine große Langzeitstudie mit mehr als 27.500 erwachsenen Studienteilnehmern führte zu dem Ergebnis, dass dies tatsächlich möglich ist. Als Grundlage für die Untersuchungen wurden die Blutproben der Probanden hinzugezogen und ausgewertet. Im Fokus stand jedoch nicht nur das Fettsäureprofil der Blutzellen, das ein guter Indikator für den Fettsäurestoffwechsel ist, sondern auch die so genannten Delta-5- und die Delta-6-Desaturase. Dabei handelt es sich um Schlüsselenzyme für die vielfältigen Umwandlungs- und Syntheseprozesse des Organismus im Hinblick auf den Fettstoffwechsel. Das Resultat der Untersuchung: bestimmte Fettsäureprofile in den Membranen und Enzymaktivitäten gehen mit einem erhöhten Diabetes-Risiko einher. So hatten Studienteilnehmer, deren Fettsäureprofil der roten Blutkörperchen eine hohe Delta-6-Desaturase-Aktivität aufwies, im Vergleich zu Probanden mit niedriger Delta-6-Desaturase-Aktivität ein doppelt so hohes Diabetes-Risiko. Einen Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Nahrungsfetten und dem Diabetes-Risiko beobachteten die Forscher jedoch nicht. Dazu Janine Kröger, Erstautorin der Studie: „Die körpereigene Umwandlung und Synthese von ungesättigten Fettsäuren scheint nach unseren Daten eine größere Rolle zu spielen als ursprünglich angenommen.“ Die Ergebnisse ergänzten zudem die Daten anderer Untersuchungen, die darauf hinweisen, dass veränderte Desaturase-Aktivitäten und die daraus resultierende Veränderung des Fettsäureprofils eine Rolle für die Insulinempfindlichkeit der Körperzellen spielen. Werden die Körperzellen unempfindlich gegenüber Insulin, ist dies die Vorstufe zum Typ-2-Diabetes, so Kröger.    

Studie: Ab wann werden adipöse Menschen krank?

Einem weiteren Themenfeld im Hinblick auf Diabetes durch Übergewicht haben sich britische Wissenschaftler der University of Cambridge im International Journal of Obesity Research gewidmet. Weshalb sind manche Menschen trotz Fettleibigkeit keine Diabetiker? Grundsätzlich gilt als bewiesen, dass adipöse Personen ein erhöhtes Risiko aufweisen, die Zuckerkrankheit zu entwickeln. Einen eindeutigen Zusammenhang konnte die Wissenschaft bisher jedoch nicht entschlüsseln. Die Forscher der Arbeitsgruppe Vidal-Puig haben nun einen neuen Erklärungsansatz erarbeitet. Mithilfe von molekulargenetischen Untersuchungsmethoden und mehreren Mausexperimente haben sie ein Protein namens  SFRP-1 genauer unter die Lupe genommen. Dabei wurde die Beobachtung gemacht, dass der Spiegel des Proteins in Fettzellen nur bis zu einem bestimmten Punkt ansteigen kann. Die Hauptaufgabe der SFRP-1 ist dabei die Rekrutierung von Fettzellen, damit diese mehr Fett aufnehmen können. Zusammen mit anderen Molekülen bestimmt das Protein die Aktivität der Fettzellen und sorgt für das Gleichgewicht zwischen Verbrauch und Aufnahme von Kalorien. Wird jedoch weiter übermäßig viel Fett mit der Nahrung aufgenommen, fallen die SFRP-1-Spiegel. Ab diesem bestimmten Wendepunkt werden die Adipositas-assoziierten Erkrankungen wie Diabetes oder Herzkrankheiten entwickelt. Die Wissenschaftler folgerten aus diesem Domino-Effekt, dass der Zeitpunkt des Überschreitens der Grenze eine wichtige Rolle für das Auftreten der Folgeerkrankungen spielt.      

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