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Liebe Schwangere,

wenn bei Ihnen ein Schwangerschaftsdiabetes festgestellt worden ist, so sind Sie verständlicherweise beunruhigt. Ihnen wurde möglicherweise die Adresse unserer Praxis mitgegeben und Sie warten nun mit Spannung auf den Termin bei uns, der in der Regel 1-2 Tage nach Ihrem Anruf liegt, denn wir nehmen Ihre Gesundheit ernst!

Merkblatt für Schwangerschaftsdiabetikerinnen


Bei Ihnen wurde ein Schwangerschaftsdiabetes (=Gestationsdiabetes) festgestellt. Das ist eine Zuckerkrankheit, die während der Schwangerschaft auftritt. Diese Stoffwechselstörung betrifft nach neueren Untersuchungen bis zu 8% aller Schwangeren. Dabei ist der Zuckergehalt im Blut zu hoch.

Wie kommt es zum Schwangerschaftsdiabetes?

Das Hormon Insulin, das den Blutzucker (BZ) reguliert, muß in der Schwangerschaft vermehrt gebildet werden, da seine Wirkung durch die ansteigenden Schwangerschaftshormone abgeschwächt wird. Wenn die Bauchspeicheldrüse nicht genug Insulin produzieren kann, kommt es zum Anstieg der Blutzuckerwerte und damit zum Schwangerschaftsdiabetes. Besonders häufig betroffen sind Schwangere, die älter als 30 Jahre sind, übergewichtige Frauen und solche, deren engere Verwandte an Diabetes erkrankt sind.

Warum sind erhöhte Blutzuckerwerte unbedingt zu vermeiden?

Sind die Blutzuckerwerte bei Schwangeren „längere Zeit“ (siehe Zielwerte weiter unten) zu hoch, kann es bei Mutter und Kind zu Komplikationen kommen.
Mutter: Harnwegsinfekte und Nierenbeckenentzündungen; Fehlgeburt; vorzeitige Wehen; vermehrte Fruchtwasserproduktion; Schwangerschaftsbluthochdruck; häufigere Notwendigkeit von Kaiserschnittentbindungen.
Kind: Vermehrtes Wachstum ( führt u. a. evt. zu komplizierter Geburt); verminderte Reife (Anpassungsschwierigkeiten nach der Geburt; erhöhtes Risiko für Übergewicht und spätere Zuckerkrankheit.

Wegen dieser möglichen Komplikationen ist es unbedingt erforderlich, den Blutzucker während der Schwangerschaft im Normbereich zu halten, dadurch können die Risiken deutlich gesenkt werden.

Wie hoch darf der Blutzucker sein?

Der Blutzucker sollte in der Regel nüchtern und vor den Mahlzeiten unter 90mg/dl, eine Stunde nach dem Essen maximal 130 mg/dl (besser 120 mg/dl) und 2 Stunden nach einer Mahlzeit höchstens 120 mg/dl betragen.

Wie sind diese Blutzuckerwerte zu erreichen?

Die Behandlung des Schwangerschaftsdiabetes erfolgt zunächst (und meistens nur) mit einer Ernährungsumstellung, die Kotrolle durch Blutzucker - Selbstbestimmungen.

Ernährungsumstellung:

Nahrungsbestandteile, die den Blutzucker erhöhen, heißen Kohlenhydrate. Diese sind vor allem in Getreideprodukten (Brot, Nudel, Stärke, Reis), Kartoffeln, Obst und Milch enthalten und natürlich in Nahrungsmitteln mit reinem Zucker (Süßwaren, Säfte, Limonade, Cola, Kuchen). Die zuletzt genannten zuckerhaltigen Nahrungsmittel sollten Sie verständlicherweise gar nicht mehr essen! Um höhere Blutzuckeranstiege zu vermeiden sind die übrigen kohlenhydratreichen Nahrungsmittel auf 5-6 kleinere Mahlzeiten zu verteilen, aber keinesfalls zu meiden. Individuelle Ernährungsempfehlungen erhalten Sie in der Anlage bzw. auf Nachfrage.

Blutzuckerkontrollen:

Der aktuelle Blutzuckerwert kann von Ihnen mit einem Blutzuckermeßgerät, das Sie von uns erhalten, selbst bestimmt werden. Zusätzliche Laborkontrollen sind aber nötig und werden von uns bei Ihnen durchgeführt. Die Häufigkeit der erforderlichen Blutzuckerselbstkontrollen besprechen wir mit Ihnen.

Wer muß Insulin spritzen?

Wenn die Blutzuckerwerte unter der Ernährungsumstellung zu hoch sind, ist eine Insulinbehandlung erforderlich, denn blutzuckersenkende Tabletten dürfen in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden. Genauere Kenntnisse über das Insulinspritzen, Insulinwirkung, Dosisanpassung und das Risiko von Unterzuckerungen (Unterzuckerungen können unter Diätbehandlung nicht auftreten!) werden Sie im Rahmen einer Schulung bei uns erwerben. Eine Krankenhauseinweisung ist meistens nicht erforderlich.

Welche Kontrollen sind erforderlich?

Alle 2 Wochen sprechen wir über Ihre Blutzuckerwerte bzw. die Insulindosis. Während der Einstellungsphase und bei zu hohen Blutzuckerwerten ( nüchtern über 90mg/dl, 1 Stunde nach dem Essen über 130mg/dl) nehmen Sie bitte auch früher Kontakt mit uns auf!
Ihr(-e) Frauenärztin/-arzt wird regelmäßige Kontrollen mit Ultraschall und CTG (Aufzeichnung der kindlichen Herztöne und der Wehen) durchführen.

Was ist nach der Entbindung?

Meistens ist der Blutzuckerstoffwechsel nach der Entbindung wieder normal, d.h. es ist keine weitere Behandlung erforderlich. Sie können sich also wieder normal ernähren. Messen Sie unter normaler Kost ruhig 1-2 Tage noch Ihren Blutzucker und überzeugen Sie sich selbst davon. Bei einer weiteren Schwangerschaft werden Sie aber mit großer Wahrscheinlichkeit wieder einen Schwangerschaftsdiabetes entwickeln. Lassen Sie sich deshalb bei einer erneuten Schwangerschaft bereits in den ersten Monaten darauf untersuchen !
Insgesamt aber gilt, daß Sie ein erhöhtes Risiko haben an einem dauerhaften Diabetes zu erkranken. Daher sollten Sie etwa 3 Monate nach der Entbindung und dann in jährlichen Abständen Ihren Zuckerstoffwechsel überprüfen lassen. Das Risiko an einem dauerhaften Diabetes zu erkranken können Sie durch Normalisierung des Körpergewichts und vermehrte körperliche Aktivität, also Sport, vermindern.
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Impressum © Stephan A. Schreiber 2011